Lampedusa & Liebe,Tod und Menschenrechte 07.11.2015 - 19:00

Samstag, 7.November 2015 um 19 Uhr
in der Alten Schmiede, 1010 Wien
Schönlaterngasse 9
Eintritt frei

“Lampedusa”
Multimediales Musiktheater

Textfragmente von Elfriede Jelinek sowie zusätzliches
Textmaterial aus Gesprächen mit Asylsuchenden
Komposition: Dieter Kaufmann
Musikalische Leitung und Solosopran: Elisabeth Sykora
Vokalensemble: Laura Polaschek, Hannah Radl, Anian Rödel,
Simone Weiss
Schlagwerk: Igor Gross
Akkordeon: Alfred Melichar
Bühneninstallation: Adam de Neige
Videoprojektionen: Sigrid Friedmann und Ulrich Kaufmann
Produktionsleitung: Eva-Maria Maurer

Basierend auf Fragmenten von Elfriede Jelineks Bühnenstück
“Die Schutzbefohlenen” hat Dieter Kaufmann ein multimediales Musiktheaterwerk komponiert. In Lampedusa singen junge Darsteller_innen gegen die menschenfeindliche europäische Grenzpolitik.
“Wir versuchen, fremde Gesetze zu lesen. Man sagt uns nichts, wir erfahren nichts, wir werden bestellt und nicht abgeholt, wir müssen erscheinen, wir müssen hier erscheinen und dann dort, doch welches Land, welches Land können betreten wir?”, heißt es im Bühnenspiel “Die Schutzbefohlenen” von Elfriede Jelinek, das sie in Reaktion auf die Refugee-Proteste von 2012 und die unzähligen Todesfälle von Flüchtlingen im Mittelmeer schrieb.
Eine Gruppe junger Darsteller_innen erweiterte und ergänzte das
Musiktheaterstück durch Gespräche mit Geflüchteten, die nach Österreich gekommen sind: mit Erfahrungen und Eingeständnissen darüber, wie sich Europa von flüchtenden Menschen abschottet,
ihnen legale Einreisewege verweigert, ihren Tod in Kauf nimmt.
Lampedusa ist ein wort- und klanggewaltiges Werk, das stille Zustimmung und Bequemlichkeit durch Solidarität und Aufruhr verdrängt: Aus der Mitte der Gesellschaft wird die Empörung über die menschenfeindliche europäische Grenzpolitik laut.

„Liebe, Tod und Menschenrechte“, ein Hörspiel gegen die Gewalt, mit
R.M.Rilkes „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ (1899)und Fragmenten aus Dieter Kaufmanns Op.85/Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (2000) nach dem gleichnamigen Gesetzestext (1948), sowie aus der Bibel, von F.G.Lorca und Peter Sloterdijk. Eine Gegenüberstellung von Rilkes berühmter Dichtung, deren Pathos im ersten Weltkrieg für Kriegsbegeisterung gesorgt
hatte und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die in Folge des Elends von zwei Weltkriegen formuliert wurde.

Rezitation: Gunda König,
Komposition Dieter Kaufmann