Lampedusa 27.09.2015 - 18:00

Herzliche Einladung:

Lampedusa & Auf nach Europa
Sonntag, 27. 9., 18:00
Aufführung Multimediales Musiktheater & Filmscreening
Odeon Theater, 1020, Taborstraße 10 (barrierefreier Zugang)

Lampedusa
Aufführung Multimediales Musiktheater
Basierend auf Fragmenten von Elfriede Jelineks Bühnenstück “Die Schutzbefohlenen” hat Dieter Kaufmann ein multimediales Musiktheaterwerk komponiert. In Lampedusa singen junge Darsteller_innen gegen die menschenfeindliche europäische Grenzpolitik.

“Wir versuchen, fremde Gesetze zu lesen. Man sagt uns nichts, wir erfahren nichts, wir werden bestellt und nicht abgeholt, wir müssen erscheinen, wir müssen hier erscheinen und dann dort, doch welches Land, welches Land können betreten wir?”, heißt es im Bühnenspiel “Die Schutzbefohlenen” von Elfriede Jelinek, das sie in Reaktion auf die Refugee-Proteste von 2012 und die unzähligen Todesfälle von Flüchtlingen im Mittelmeer schrieb.

Basierend auf Jelineks Werk komponierte Dieter Kaufmann, einer der Pionier_innen der heimischen elektroakustischen Musik, Lampedusa. Eine Gruppe junger Darsteller_innen erweiterte und ergänzte das Musiktheaterstück durch Gespräche mit Geflüchteten, die nach Österreich gekommen sind: mit Erfahrungen und Eingeständnissen darüber, wie sich Europa von flüchtenden Menschen abschottet, ihnen legale Einreisewege verweigert, ihren Tod in Kauf nimmt.

Lampedusa ist ein wort- und klanggewaltiges Werk, das stille Zustimmung und Bequemlichkeit durch Solidarität und Aufruhr verdrängt: Aus der Mitte der Gesellschaft wird die Empörung über die menschenfeindliche europäische Grenzpolitik laut.

Lampedusa (AT 2015)
Textfragmente von Elfriede Jelinek sowie zusätzliches Textmaterial aus Gesprächen mit Asylsuchenden
Komposition: Dieter Kaufmann
Musikalische Leitung und Solosopran: Elisabeth Sykora
Vokalensemble: Laura Polaschek, Hannah Radl, Anian Rödel, Simone Weiss
Schlagwerk: Igor Gross
Akkordeon: Alfred Melichar
Bühneninstallation: Adam de Neige
Videoprojektionen: Sigrid Friedmann und Ulrich Kaufmann
Produktionsleitung: Eva-Maria Maurer

Eine Veranstaltung im Rahmen von WIENWOCHE in Kooperation mit Odeon Theater.
Auf nach Europa
Filmscreenings

In seinem dokumentarischen Roadmovie Auf nach Europa bereist der ehemalige Sans Papier Mohamed Mouaz die Stationen seiner Fluchtroute vom algerischen Tiaret nach Wien. Ein Film über die Stärke, den Mut, den Willen, die Zuversicht, die Freundschaft und die Solidarität von Refugees.

Istanbul, Swilengrad, Sofia, Bukarest, Budapest – dies sind nur einige der Städte, in denen der ehemalige Sans Papier Mohamed Mouaz 2006 auf seinem Fluchtweg von Algerien nach Europa Halt machte. Fast zehn Jahre später bereist Mouaz in seinem dokumentarischen Roadmovie Auf nach Europa erneut die Stationen seiner damaligen Route. Mouaz schildert darin nicht nur eigene Erlebnisse, sondern interviewt auch andere Aktivist_innen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, die von ihren Erfahrungen und kollektiven Überlebensstrategien berichten.

Auf nach Europa thematisiert zudem die Bedingungen, unter denen der Film entstanden ist. So macht er etwa im Laufe der gemeinsamen Reise des Filmteams (Kameramann Gerald Rauscher und Produktionsassistenz Monika Mokre) deutlich, um wie viel schwieriger der Grenzübertritt für eine_n Algerier_in ist als für eine_n EU-Bürger_in – selbst mit gültigen Papieren.

“Unsere Geschichte bleibt meist unsichtbar”, sagt Mouaz. “Wenn sie erzählt wird, dann üblicherweise von Europäer_innen, die sie jenem Bild anpassen, das sie von uns in ihren Köpfen haben: dem der kriminellen Ausländer_innen oder der bemitleidenswerten Flüchtlinge.

Auf nach Europa (AT 2015, 50 min)
Drehbuch, Regie: Mohamed Mouaz
Kamera: Gerald Rauscher
Musik: Mohamed Mouaz, Joachim Scheidl
Produktion, Postproduktion: Gerald Rauscher, Mohamed Mouaz
Produktionsassistenz: Monika Mokre
Zusatzaufführung “Auf nach Europa
Fr, 2. 10., 19:00
Schikaneder, 1040, Margaretenstraße 22-24 (barrierefreier Zugang)

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur und Party mit DJ Amine

Eine Veranstaltung im Rahmen von WIENWOCHE in Kooperation mit Odeon Theater und Schikaneder.

Veranstaltungen gefördert aus Mittel der Stadt Wien.