K & K

1970

Der Komponist Dieter Kaufmann & die Schauspielerin Gunda König haben 1970 geheiratet und bald darauf begonnen, künstlerisch zusammen zu arbeiten.

Das erste Projekt fand als Co-Produktion mit dem Theater am Wallensteinplatz von Erwin Piplits statt: „Pupofon“ wurde 1971 auf der Biennale von Paris (Österreich-Kurator war Adolf Frohner) uraufgeführt. Aufführungen in Wien und Warschau folgten. In den Jahren danach entwickelte K&K ein eigenes Profil mit der theatralischen Inszenierung Elektroakustischer Musik, zunächst in Konzerten der Jeunesses Musicales in Wien, aber auch in den Bundesländern, in Polen und Frankreich.

1975 wurde auf Initiative des Tontechnikers Walter Stangl das K&K EXPERIMENTALSTUDIO gegründet, das ab 1977 als Gesellschaft bürgerlichen Rechts bereits 22 Aufführungen in Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und Italien bestreiten konnte.

1979 kam es zur zweiten Co-Operation mit Erwin Piplits, dessen Ensemble sich inzwischen SERAPIONSTHEATER nannte und zu einer gemeinsamen Tournee nach Toronto, Halifax, New York (La Mama Theater) und Chicago, diesmal mit „Mensch und Kunstfigur“.

K&K Auftritte mit Musik von Logothetis, Zobl, Nali Gruber, Ungvary, Alcalay, Schwertsik, Einem, Haubenstock-Ramati, Liberda, Flora St. Loup, Gerhard Lampersberg, Mia Schmidt, Johannes Maria Daxner und immer wieder Kaufmann in Athen, Istambul, Ankara, Berlin, Essen, Bourges, Paris, Rennes, Budapest, Rio de Janeiro, Sao Paolo und Santos, sowie ein Schulprogramm durch 11 schwedische Städte 1981 sorgten für internationales Renommé des Ensembles. 1982 bis 87 gestalteten K&K eine eigene Sendereihe im ORF-Studio Kärnten für Ö1 zur Hauptsendezeit: „Was soll der Klang in meiner Hand“ mit 50 Folgen zur internationalen Experimen- tal-Musikszene.

Seit 1980 bestimmten abendfüllende Musiktheaterwerke die Programmierung: DAIDALIA oder DAS LEBEN EINER THEORIE von Logothetis, FRAU OHNE EIGENSCHAFTEN von Kaufmann, SONGS FOR MIZZI TRAKTOR von Liberda/Sikora, ICH BIN IN SEHNSUCHT EINGEHÜLLT von Alcalay, ENDZEIT UND ZEITENENDE von Anders-Eimert-Cerha, STILL IST DAS LAND von Tisal-Kaufmann-Karlbauer.

Schließlich kam es 1991 zur Gründung des MusikTheater-Vereins K&K, die unter anderem zur Durchführung der Aufführung von Kaufmanns Oper DIE REISE INS PARADIES nach Robert Musil im Wiener Theater Odeon notwendig geworden war.

Seitdem gab es die futuristische Kultoper SIEG ÜBER DIE SONNE von Matjuschin-Dreznin-Kaufmann-Karlbauer (1993 in Wien und Moskau, 1996 in St.Petersburg), DA CAPO AL CAPONE (1999 zu dessen 100. Geburtstag) von Kaufmann-Staar-Freitag-Hartzell und (ab jetzt durchwegs mit Kaufmann-Musik) 2002 die Tanz-theaterproduktionen SALE (2003 in Moskau), das Monodram SOLODUE (2006 in Malmö), KLANG.RAUM.FRAU (2010 in Paris), 2011 REIGEN nach Strindberg und DAS VERFLUCHTE KLAVIER nach Marina Zwetajewa und 2012 BRÄUTIGALL & ANONYMPHE nach Konrad Bayer.

In der „Zeitschrift für freies Theater“ gift 03/2013 schreibt Thomas Desi:

„. . . Man hatte in Wien ja keine anderen Modelle als K&K. Wobei gerechterweise gesagt werden muss, dass in diesem Zusammenhang eigentlich K&K für Kaufmann und König stehen müsste, die als Musiktheaterinnovator_innen bereits viel früher Produktionen in einem viel internationaleren Kon- text realisierten, avanciert und der Avantgarde verpflich- tet, einem international jugendlichn Gestus, als nahezu alle Initiativen der Opernszene der 1990er Jahre. . .“